Ausbildung statt Studium: „Alles richtig gemacht“

Lea Wykhoff kann stolz sein: Die Schiffahrtskauffrau aus Detern hat sich mit der Gesamtnote „sehr gut“ in ihrem Ausbildungsberuf als Landessiegerin aller IHKn durchgesetzt. Die 21-Jährige hat 2014 ihr Abitur am Teletta-Groß-Gymnasium Leer gemacht und im selben Jahr ihre Ausbildung zur Schifffahrtskauffrau bei der Hartmann Reederei begonnen, die sie im Januar 2017 erfolgreich abschloss. Mit "Chance: Azubi" sprach sie über Ausbildung und berufliche Perspektiven.

Schifffahrtskauffrau Lea Wykhoff aus Leer (v.l.) und Bauzeichnerin Natascha Schumann aus Aurich gehören zu den besten Azubis in Niedersachsen.



Wie sind Sie auf den Beruf der Schifffahrtskauffrau aufmerksam geworden?

Wykhoff: Durch Erzählungen eines Bekannten, der ebenfalls in der Branche tätig ist, wurde ich auf diesen Beruf aufmerksam und habe daher in der 10. Klasse mein Betriebspraktikum in einem Schifffahrtsunternehmen absolviert. Ab da war für mich eigentlich klar, dass ich den Beruf erlernen möchte. Vor allem hat mich die Internationalität des Berufes gereizt aber auch die Vielfältigkeit und in gewisser Weise auch die Einzigartigkeit, weil man diesen Beruf nicht überall erlernen kann.

Was sind die Schwerpunkte Ihrer Ausbildung gewesen?

Ich würde behaupten, dass der Schwerpunkt meiner Ausbildung darin lag, alle Facetten und Vielfalten des Berufes kennenzulernen, um so einen Einblick und Verständnis für alle Abläufe und Zusammenhänge zu erlangen. Während der Ausbildung hatte ich die Möglichkeit, alle im Betrieb vorhanden Abteilungen zu durchlaufen. Dazu gehörten u.a. auch eine kleine Schiffsreise auf einem Containerschiff für 3 Tage (von Antwerpen nach HH) und ein Praktikum bei einem Befrachtungsunternehmen der Unternehmensgruppe, es lag also kein Schwerpunkt auf einem besonderen Thema oder einer besonderen Aufgabe, sondern wirklich darin, möglichst viel zu lernen und auch an Themengebieten kennenzulernen.

Was hat Ihnen an Ihrer Ausbildung besonders gut gefallen?

Besonders gut an der Ausbildung hat mir die Schiffsreise und ein 2-wöchiges Praktikum bei dem Befrachtungsunternehmen für unsere Gastanker in Hamburg gefallen.

Wie sieht Ihre berufliche Zukunft nach der Ausbildung aus?

Ich wurde nach der Ausbildung bei Hartmann übernommen und bin jetzt in einer Abteilung eingesetzt, die sich um die Sicherheit auf Schiffen kümmert. Dazu gehören z.B. Arbeitssicherheit bzw. Sicherheit der Crew, Sicherheit im Bereich von Piraterie/Terrorismus, aber auch Umweltschutz. Unsere Abteilung kümmert sich darum, dass die Sicherheit zu jeder Zeit gegeben ist. Dazu gehören z.B. das Implementieren von immer neuen Anforderungen aber auch die Sicherstellung, dass alle Regularien umgesetzt und eingehalten werden, sowohl im Büro als auch auf den Schiffen, weshalb regelmäßige Schiffsbesuche nicht selten sind. Um mich den neuen Aufgaben zu stellen, sind dafür u.a. auch Kurse und Fortbildungen nötig, die mich auf die vielfältigen Aufgaben vorbereiten.

Außerdem habe ich jetzt mit einem berufsbegleitenden Studium in Business Administration an der Uni Oldenburg begonnen.

Welche Tipps haben Sie für junge Menschen, die einen ähnlichen Ausbildungsweg einschlagen möchten?

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen, dass ich mit meiner Wahl, nach dem Abitur eine Ausbildung zur Schifffahrtskauffrau zu machen, alles richtig gemacht habe. Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, weil ich ihn einfach sehr spannend finde. Auch wenn viele Mitschüler mich während der Oberstufe gefragt haben, wieso ich nicht studieren gehe, habe ich mich in meiner Entscheidung nicht beirren lassen und bin daher wahrscheinlich auch mit einer großen Motivation und großem Interesse an die Ausbildung herangegangen. Wenn sich ein junger Mensch für eine Ausbildung entscheidet, die ihm der Sache/oder des Themas der Ausbildung wegen Spaß macht, würde ich demjenigen den Tipp geben, sich, egal was andere ihm vielleicht raten, nicht beirren zu lassen und dahinter zu stehen, denn es ist meiner Meinung nach viel einfacher in dem was man macht gut zu sein, wenn es einem Spaß macht, und dann ist es auch egal um welchen Beruf es sich handelt. Mich hat meine Ausbildung nur noch einmal darin bestätigt, dass der Weg, den ich gegangen bin, der richtige für mich war und ich würde mich immer wieder dafür entscheiden.